Morbus Alzheimer - die häufigste Demenz

Prof. Dr. Alois Alzheimer (1864 - 1915)

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimerkrankheit, bei der sich Nervenzellen in typischer Weise verändern und ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Bei ca. 60 % aller Demenzen handelt es sich um eine Alzheimer Demenz.

Bereits 1906 wurde diese Krankheit von dem Würzburger Nervenarzt Alois Alzheimer dokumentiert. Er schrieb über seine Patientin Auguste D.: "Eine Frau von 51 Jahren zeigte als erste auffällige Krankheitserscheinung Eifersuchtsideen gegen den Mann. Bald machte sich eine rasch zunehmende Gedächtnisschwäche bemerkbar, sie fand sich in ihrer Wohnung nicht mehr zurecht, schleppte Gegenstände hin und her, versteckte sie, zuweilen glaubte sie, man wolle sie umbringen und begann, laut zu schreien." Als Auguste D. fünf Jahre später starb, untersuchte Alzheimer ihr Gehirn und fand darin steinharte Ablagerungen, die so genannten Plaques.

Das Typische der Alzheimerkrankheit besteht darin, dass das Absterben der Nervenzellen und Nervenzellkontakten mit der Bildung von Eiweißablagerungen (Plaques) einhergeht. Sie bilden sich außerhalb der Nervenzellen. Innerhalb der Nervenzellen kommt es zu einem zweiten Prozess, der Bildung von veränderten Eiweißbruchstücken, die sich in Form von Fäserchen ablagern und ebenfalls zum Absterben der Nervenzellen führen. Durch den Untergang von Nervenzellen in dieser Region wird zu wenig Acetylcholin (Botenstoff) produziert. Das führt zu Störungen der Informationsweiterleitung und -verarbeitung und damit zum Gedächtnisverlust.

Die Zellschädigung beginnt unbemerkt oft schon Jahrzehnte, bevor klinische Symptome auftauchen.