Vorsorgevollmacht - Betreuungsverfügung - gesetzliche Betreuung

Wenn eine Demenzerkrankung noch nicht soweit fortgeschritten ist, dass Geschäftsunfähigkeit vorliegt, kann eine Vorsorgevollmacht an nahe stehende Personen erteilt werden. Diese sind dann berechtigt, den Demenzkranken zu vertreten, wenn er nicht mehr in der Lage ist, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Ist keine Geschäftsfähigkeit mehr gegeben (holen Sie dazu die Meinung des behandelnden Facharztes ein!), besteht nur noch die Möglichkeit, beim zuständigen Gericht die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung zu veranlassen. Das Gericht ist gehalten soweit wie möglich Angehörige oder sonstige nahe stehende Personen als gesetzliche Betreuer zu bestellen. Der gesetzliche Betreuer ist durch das Gericht befugt, den Demenzkranken im Rahmen der zugewiesenen Aufgabenkreise (z.B. Vermögensangelegenheiten, Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmung) zu vertreten.

Bei der Handhabung einer Vollmacht entstehen kaum Kosten, es besteht jedoch keine Kontrolle “von außen“; die Beziehung zwischen Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer beruht auf Vertrauen. Bei der gesetzlichen Betreuung ist der Betreuer gegenüber dem Gericht rechenschaftspflichtig, es können bei der Bestellung eines Berufsbetreuers jedoch Kosten entstehen. Andererseits hat ein ehrenamtlicher Betreuer Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung durch das Gericht, wenn der Betreute mittellos ist.

Grundsätzlich jedoch sollte sich jeder Mensch bereits zu gesunden Tagen entscheiden, wie er im Falle einer Geschäftsunfähigkeit vertreten werden möchte.

Weitere Informationen zum Betreuungsrecht und ein Formulare für Vorsorgevollmachten, Betreuungs- und Patientenverfügungen finden Sie auf der homepage des Bundesjustizministeriums.